20. Oktober 2014

Goldener Oktober

Früher war Geburtstag ja mal mehr selber Geschenke auspacken und weniger dem Kind die ausgepackten Geschenke entreißen, bevor es diese im Altpapierstapel entsorgt. Alles gut gegangen.

Nach dem Auspacken fuhren wir an den Rursee, da ich meinen Geburtstag vornehmlich mit den Menschen genießen wollte, die mir am liebsten sind. Meinem Rudel. Da das Schicksal sich versöhnlich zeigte, bescherte es Wetter. Grandioses Wetter. Die Szenerie ist ja immer gut, aber zusammen mit diesem grandiosen Wetter war es ein herrlicher Tag. Wiederholbar. Auch der Geschenketeil. Zum Abschluss waren wir selbstredend Torten essen im Café Henn. Lohnt sich ja immer.






Und auch wenn ich die Kamera meistens zuhause lasse, seit ich Kinder habe - beide Hände sind mit Schnoddernasen, Laufradzurücktragen, an der Hand gehen, auf dem Arm tragen, Wickeln, Kinderwagenschieben etc ausreichend beschäftigt - durfte ich dieses Mal doch das ein oder andere schöne Foto machen. Gedächtnisstützen für die lange, dunkle Zeit die kommt.

Goldener Oktober, Du bist mein Freund. Nicht nur am 19.

18. Oktober 2014

Geburtstagsvorbereitungen

Auf meinem Wunschzettel stand wohl etwas, das so ähnlich klang wie todbringender Männerschnupfen. Auf jeden Fall hat das Schicksal sich grob verlesen und mir diesen nicht existenten Wunsch erfüllt. Danke, Schicksal. Du wirst verstehen, wenn ich Dich nächstes Mal nicht einlade.

Morgen fahren wir trotzdem an den Rursee. Zum Wandern, Herbstlaub und -sonne genießen und anschließend im Café Henn Torte essen. Was muss, das muss.

15. Oktober 2014

Väterliche Einmischung mit Skepsis zur Kenntnis genommen

Weil es ja so ein schönes Hobby ist, haben wir mal wieder eine ganze Reihe von Besichtigungsterminen in diversen Kindertagesstätten vereinbart. Heute war so ein Termin und aus Gründen, nennen wir sie mal der Einfachheit halber Herr Gandalf und Wulfhild, blieb ich zuhause und der geek zog los, die Kita zu besichtigen.

Wir sind nämlich beide der Ansicht, dass man da weder mit Wulfhild hinmuss, noch in Begleitung des anderen Elternteils. Wir pflegen nämlich auch das schöne Hobby der Kommunikation in diesem Haushalt und so erzählt der, der in der Kita war, zuhause beim Abendbrot einfach mal das, was er erlebt hat. Und ob er die Einrichtung gut fand so auf den ersten Blick, oder nicht.

Heute also der geek. Und zack: Diskriminierung im Alltag.

"Was, ihre Lebensgefährtin ist nicht mit gekommen? Dann hat dieser Termin doch gar keinen Zweck!"

Kinder scheinen reine Frauensache zu, in die der Vater sich nicht einzumischen hat. Es gab noch mehr Gründe dagegen, aber diese Einstellung soll Wulfhild nun wirklich nicht mit auf den Weg bekommen. Danke, aber nein danke.

14. Oktober 2014

Ein bisschen spät dran

Man kann ja nicht früh genug damit anfangen, auf den kommenden eigenen Geburtstag hinzuweisen, und da ich das weiß, fange ich normalerweise mitten im Sommer damit an. Den den 25. feiert man ja nur ein oder höchstens zwölf Mal im Leben.

Vorteil der frühzeitigen Verlautbarung ist, dass man ausreichend Zeit hat, sich über seine Wünsche klar zu werden. Denn nur weil potentielle Schenker frühzeitig an den Geburtstag erinnert werden, fangen sie ja nicht früher damit an, über Geschenke nachzudenken. Da muss man dann kurz vor knapp ein kleines Wunschrepertoire parat haben, welches Verwandtschaftsgrade, Geldbeutel, Versandoptionen, Geschenke der Vergangenheit und Freundschaften berücksichtigt. Kann ich.

Dieses Jahr bin ich spät dran. Sehr spät. Denn es ist ja schon am Sonntag so weit und ich habe erst am Wochenende den ersten Ausrufer auf den Marktplatz gestellt.

Ein solides Wunschrepertoire in zwei Tagen? Kann ich. Habe ja Erfahrung. Jedoch: ich will jetzt alles von der Liste haben. Sofort. Und dieses Gefühl hat jetzt gar nicht genug Zeit, um wieder abzukühlen. Ich fühle mich wie Wulfhild, die am Schaufenster eines Gummibärchenladens steht und unaufhaltsam sabbert. Verlangen deluxe.

9. Oktober 2014

6. Brief an Thorin

Lieber Thorin,

jetzt bist Du auf einmal ein halbes Jahr alt, wie konnte das denn passieren?

Nachdem Du letzten Monat gelernt hattest, Dich über die linke Seite in die Bauchlage zu schwingen, hast Du diesen Monat die rechte Seite gemeistert. Und bist darüber so erfreut, dass Du weiterhin sofort auf dem Bauch liegst, wenn man Dich irgendwo ablegt. Gerne auch, obwohl Du das gar nicht wolltest, aber das fällt Dir dann leider zu spät ein. Und ein zurück gibt es noch nicht, eimmal Bauch immer Bauch, ist hier die Devise. Hoffentlich bringt der nächste Monat das Drehen zurück auf den Rücken. Hoffentlich.


Und als zweite große Veränderung ist das Quietschen und Kreischen in Dein Leben getreten. Als Du einmal rausgefunden hattest, wie laut Du sein kannst, war es ein bisschen unerträglich, in Deiner Nähe zu sein. Und sich zu unterhalten wurde zu einem Ding der Unmöglichkeit. Du wolltest immer mitreden und dann auch auf jeden Fall der lauteste sein. Immerhin strahlst Du dabei so breit über das ganze Gesicht, dass niemandem auffällt, dass hier Dezibelzahlen erreicht werden, die unter Lärmbelästigung laufen. Wie kann man bloß so große Freude an der eigenen Stimme haben? Du wirst sicher mal Politiker.

Dass Du nun ein bisschen beweglicher bist hat Dich übrigens um einiges entspannter gemacht. Denn Du hattest ja eine ganz schöne Nervensäge sein können. Das gibt sich aber wieder. Und - hurra - unsere Nächte werden wieder besser. Nachdem ich einmal morgens auf dem Rückweg vom Kindergarten nach Hause schluchzend unsere Hebamme angerufen und um Hilfe gefleht hatte - so der Plan, sie war zum Glück nicht erreichbar - wurde es einfacher. Oft hilft es ja, einmal Luft abzulassen, und da zählt wohl auch der gute Wille. Du bist nun wieder von alle zwei Stunden auf eine Mahlzeit runter, die irgendwo zwischen drei und fünf ist. Eher drei, da mache ich mir mal nichts vor. Das Problem ist da eher der Schnuller, der öfter mal nachts rausfällt und dann nicht mehr da ist. Da brichst Du gerne in Panik aus, aber auch das werden wir hinbekommen. Ich hoffe nur, dass wir das im nächsten Monat hinbekommen, denn ich gehe doch bald wieder arbeiten und würde dann gerne etwas weniger oft nachts aufstehen.


Sehr viel besser ist auch das tagsüber einschlafen geworden. War vor vier Woche nocht nicht daran zu denken, dass Du das ohne meine Hand auf dem Bauch schaffen würdest, klappt es jetzt sogar auch mal einfach nur so. Ganz ohne Mama. Ich hab beim ersten Mal ganz schön doof geguckt, als ich mir kurz etwas zu trinken holte und Du eingeschlafen warst, als ich zurück kam. So kann das ruhig weitergehen.

Apropos trinken: Du spuckst nicht mehr nach jedem Stillen Deine Outfits voll. Da bin ich sehr dankbar. Denn so viel kann kein Mensch waschen, dass immer genügend Hosen und Pullover da sind, die nicht nach Milchkotze riechen. Und da ich ja ein wenig übernächtigt bin, komme ich abends einfach nicht zum Nähen. Du musst also mit dem haushalten, was da ist.





Deine Lieblingsbeschäftigung ist Alma gucken. Wenn sie Quatsch macht, besonders geräuschetechnisch, dann jauchzt Du als wäre es das tollste auf der ganzen Welt. Und dann geht mir das Herz auf. Ich wusste gar nicht, dass die Liebe unter Geschwistern so rührend sein kann. So langsam geht sie auch mehr auf Dich zu und interagiert mir Dir. Da ist sie - zum Glück - sehr zurückhaltend, so dass ich mir keine Sorgen um Dein Wohl machen muss, wenn Ihr zwei mal alleine im Raum seid. Und wenn sie merkt, dass sie in Dir ein Publikum hat, dann dreht sie natürlich gerne auf. Wer sieht und hört Dich nicht gerne lachen?


Unsere Babygruppenzeit hat begonnen. Einmal die Woche wird nun vormittags geturnt, gequietscht und geguckt. Ich glaube, es gefällt Dir ganz gut, andere Babies zu sehen und zu gucken, was die Kursleiterin an Spielideen mitgebracht hat. Dass Dich das müde macht, ist ja klar, meistens schläfst Du danach zwei bis drei Stunden tief und fest und wachst nur auf, wenn es unbedingt sein muss. Ich bin allerdings schon gespannt, wann das erste Mal ein Windelmalheur in der Gruppe passiert. Da Du Dein Hobby der Stinkerexplosion sehr lieb hast und ein bis zweimal die Woche mehrere Outfits vollstinkerst, könnte das interessant werden, wenn Du erst gar keine Windel anhast. Ojee.

Aber am wichtigsten: Du gibst Dir große Mühe. Wir haben ein Haus gekauft und sind nun am Wochenende handwerkernd unterwegs. Für Alma werden dann Übernachtungsparties bei den Großeltern geplant, aber da ich Dich ja noch voll stille, musst Du mit ins Haus. Das fandest Du am ersten Wochenende natürlich grauenhaft: ein unbekanntes Reisebett, unbekannter Geruch, es hallt in den Zimmern, komische Geräusche, noch komischere laute Geräusche und Mama und Papa kommen immer nur mal kurz gucken. Da war Beschwerde vorprogrammiert. Am zweiten Wochenende ging es dann schon viel besser. Du hast es geschafft, alleine im Reisebett einzuschlafen, hast seelenruhig vom Kinderwagen aus unser Tun im Wohnzimmer betrachtet und die frische Luft auf der Terasse genossen und Dich dazwischen immer leicht trösten lassen, wenn Dir doch mal alles zuviel wurde. Da bin ich Dir so dankbar. Ich mache mir ja immer Sorgen, gerne auch viele und mehr als nötig, aber am Ende wird es dann doch besser als befürchtet. Du bist ein prima Kerl, kleiner Mann.


Als nächstes steht eine Veränderung beim Füttern an. Seit einer Woche gewöhne ich Dich daran, vormittags eine Flasche zu trinken statt Muttermilch aus der Brust. Denn da ich in einem Monat wieder im Büro sitzen werde, muss bis dahin auf jeden Fall eine Mahlzeit komplett ersetzt sein. Ich möchte nicht im Büro Milch abpumpten müssen, hatte aber gleichzeitig Sorge, dass es bei Dir so wie bei Deiner großen Schwester gehen könnte: völliges Unverständnis und Irritation ob des Breis auf dem Löffel in ihrem Mund. Da war nämlich nach vier Wochen nicht die Mahlzeit komplett ersetzt. Deswegen der sichere Weg über die Flasche, denn die kennst Du schon von meinen Sportabenden. Und nach einigen Tagen Beschwerde geht es nun sehr gut, Du zischst eine volle Mahlzeit weg und bist zufrieden. Deswegen gibt es bald den ersten Möhrchenbrei. Ich bin gespannt, wie das wird.

Herzlichen Glückwunsch zum Halbgeburtstag, mein großer kleiner Mann. Ich bin so froh, dass Du da bist.

In Liebe,
Mama